Unsere Intention

ConSol Dortmund gGmbH engagiert sich in europäischen bzw. internationalen Projekten. Für die Arbeit im Bereich der erzieherischen Hilfen dient der Austausch mit europäischen und internationalen Partnern dazu, die eigene Perspektive zu erweitern, den Partnern neue Sichtweisen zur Verfügung zu stellen und die eigene Einrichtung interkulturell zu öffnen.

Die Herausforderungen der Arbeit mit und in Familien werden immer größer. Die ökonomischen Bedingungen national und international erfordern immer kreativere Lösungen für die Arbeit mit Familien.

Die Migrationsbewegungen und das offene Europa ermöglichen und erfordern eine intensive Auseinandersetzung mit europäischen und internationalen Partnern. Neue Konzepte sind für die Arbeit im sozialen Tätigkeitsfeld unerlässlich. Sie müssen auf die Gegebenheiten in den Familien zugeschnitten sein. Ein inhaltlicher Austausch zwischen den europäischen und internationalen Einrichtungen, die einen ähnlichen Auftrag verfolgen, ermöglicht es, über den nationalen Tellerrand hinaus zu schauen und konstruktiv mit den Herausforderungen umzugehen. Ergebnis ist die Einführung kulturreflexiven Handelns und trans- und interkulturelles Coaching.

Interkulturelle Organisationsentwicklung
Sicherstellung angemessener Hilfen im Zusammenhang mit interkultureller Vielfalt

Auch in Dortmund ist es gewachsene Realität, dass die Menschen zu nahezu einem Drittel aus anderen Ländern kommen oder direkte (Ver-)Bindungen in ein oder manchmal auch mehrere Länder haben. Vor diesem Hintergrund ist uns wichtig zu klären, was für uns „angemessen“ bedeutet, und wie man in einer kulturell vielfältigen Gesellschaft den „notwendigen Umfang“ definieren kann?

Die Lebenswelten von Menschen sind unterschiedlich und oftmals ebenso vielfältig wie ihre Bedürfnisse an dem, was „Unterstützung“ meint. Um die Bedürfnisse der Menschen, die in mehreren Ländern zu Hause sind, zu verstehen und multikulturellen Familien die Hilfen zukommen zu lassen, die sie benötigen und dem uns gegebenen Auftrag zu entsprechen, haben wir uns aufgemacht, sie und uns noch besser kennenzulernen und sie und uns noch besser zu verstehen.

Es ist uns wichtig, unsere Erziehungshilfen allen Kindern, Jugendlichen, Familien und Lebensgemeinschaften, die sie benötigen, ohne Unterschied von Alter, Geschlecht, Religion oder Staatszugehörigkeit, angemessen anbieten zu können. Wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe und Begleitung in dem für die Betroffenen notwendigen Umfang.

Den komplexen Prozess unserer interkulturellen Öffnung haben wir bereits 2010 begonnen. Er besteht aus einem mehrstufigen Entwicklungskonzept und bezieht alle Ebenen unserer Organisation ein:

Blick nach innen
Um unsere Ausgangsposition besser zu kennen, haben wir unserer eigenen interkulturellen Ressourcen, Betrachtungsweisen, Strukturen analysiert und im Sinne einer lernenden Einrichtung – unseren Bedarf nach Weiterbildung und Entwicklung ermittelt. Hierbei wurden wir unterstützt durch das Projekt „KiBa – Unternehmen leben Vielfalt” (http://xenos-kiba.de/projektverbund/vhs-dortmund)

Interkulturelle Fortbildung
Die inhaltlichen Schwerpunkte der mehrtägigen interkulturellen Trainings liegen auf der Entwicklung der Fähigkeit des Perspektivenwechsels, u. a. durch reflektierte Simulationen; auf der Reflektion der eigenen Haltung, u. a. durch Betrachtung von Stereotypen, ihrer Entstehung und gesellschaftlichen und individuellen Bedeutung; auf der Vermittlung von hilfreichem Wissen für die praktische Arbeit,, wie Ursachen und Folgen von Migration und Flucht, Netzwerken und interkultureller Kommunikation. Es ist uns wichtig, dass auch neue Mitarbeitende an den Trainings teilnehmen.

Nachhaltigkeit und Vernetzung
Seit 2012 hat sich ein Team aus 7 Mitarbeitenden von ConSol Dortmund gGmbH vertieftes Wissen zu speziellen Angeboten für Migrantinnen und Migranten erarbeitet. Das Team ist regional gut vernetzt und steht in gutem Kontakt mit zahlreichen relevanten Akteur/innen, wie zum Beispiel mit verschiedenen Migrantenselbstorganisationen, den JuKops oder dem Quartiersmanagement Nordstadt. Die Expert/innen sind Ansprechpartner/innen für interkulturelle Fragen nach innen und nach außen.

Das Gesamtkonzept unserer interkulturellen Öffnung haben wir gemeinsam mit iKult entwickelt. Martina Möller-Öncü, Psychotherapeutin mit jahrelanger Erfahrung im Kontext Integration/Migration, begleitet uns von Beginn an als Fachdozentin in unserem Entwicklungsprozesses ( http://www.i-kult.de/ )

„Angemessen“ zu handeln bedeutet für uns, die kulturellen Werte und Normen der von uns betreuten Familien bzw. Jugendlichen in ihrer individuellen Bedeutung für die Familienmitglieder bzw. Jugendlichen zu erfragen und in die Arbeit einfließen zu lassen. Aus dem Wissen über die jeweiligen Lebenswelten gestalten wir unsere Hilfen im „notwenigen Umfang“.

Ein „Ende“ dieses Prozesses sehen wir nicht. Wir haben gelernt, dass kulturelle Werte individuell und gesellschaftlich eine große Bedeutung haben und sich beständig verändern. Sie müssen reflektiert und immer wieder abgeglichen werden, um weiterhin, achtsam und im Bewusstsein der großen Ressourcen, die den Menschen innewohnen, Hilfe zur Selbsthilfe professionell anbieten zu können.